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Uli ten Hompel (März 2007)
Gerd und Arne Hoffmeister
(Juli 2004)
Team Böttcher/Hornig (Mai 2000)
Uli ten Hompel (Mai 2000)

Uli ten Hompel (März 2007 - Rallycross OSL)

Hallo liebe Leute, bin aus Oschersleben wieder heil gelandet!!!

Für die erste Rallycross-Veranstaltung auf der Arena in Oschersleben war das gar nicht so schlecht. Die Strecke bestand aus sehr viel Asphalt und 30 Meter Gras und ca. 150- 200 Meter tiefem Sand. Fand sie am Sonnabend gar nicht toll. Aber wider meiner Erwartung hat sie mir dann am Sonntag sehr gefallen, was aber mehr an dem Wetter mit dem vielen Regen lag und lies später. Die Fahrzeuge verteilten nämlich den Sand, der sich unter den Fahrzeugen gesammelt hat, gleichmäßig über die 50% der folgenden Asphaltstrecke. Somit war die lange Kurve vor dem Hotel bis zur Schikane mit Sand bedeckt und auch recht rutschig. In der Rally-Cross-Trophy waren wir 17 Starter, davon 2 Gruppe G Fahrzeuge. Das Wetter war saukalt und der Regen mit dem für Oschersleben typischem Wind, der durch und durch ging. Aber noch am Sonnabend war bei mir noch nicht viel von einer Begeisterung zu spüren. Langwieriger Ablauf von Papierabnahme und technischer Abnahme mit langen Wegen, suchen und fragen wo das denn alles ist. Das Wetter war mit Sicherheit nicht besser als hier. So absolvierte ich das erste freie Training mehr mit der Einsicht, man sollte doch besser wissen wo und wie das da lang geht und fand das nicht so pralle mit der Strecke. Daher war es mir auch recht , dass aus Zeitgründen das zweite freie Training abgesagt wurde. Kurz vorm Dunkelwerden fand dann das Pflichttraining für die Startreihenfolge am Sonntag statt. Nach dem Motto "nun hast du schon bezahlt und bist hier, dann machst du das auch noch, in der Hoffnung nicht Letzter zu werden! Nachdem ich meine Runden abgespult hatte und mein Auto neben den LT zum Schlafen gestellt hatte, ging es zurück nach Vienenburg auf eine Geburtstagsfeier, denn ein bisschen Spaß wollte ich doch noch haben. Am Sonntag dann punkt 8 Uhr wieder in Oschersleben, bewaffnet mit Stromkabel und Heißlüfter. Hatte am Sonnabend 15 EURO bezahlen müssen, da ein Serviceauto im Fahrerlager verblieb unter der Annahme , das dies an den Stromkasten angeschlossen wird. Na das habe ich dann eben am Sonntag gemacht und den LT richtig eingeheizt. Dann das erste Erfolgserlebnis, ich war 15. von 17 Teilnehmern geworden. Also nicht letzter!!! 9 Uhr dann der erste Wertungslauf und mit "na mal sehen, wie es läuft " an den Start. Was mich etwas gewundert hat war, dass die Eichberg BMWs auch recht weit hinten lagen, wo sie doch sonst immer vorn mitmischen. Dann ging es los, Start und wenn das Auto in die Schikane einbog, wurde der nächste auf die Reise geschickt. Vor mir ein Mercedes Gruppe H und dann ich. Na ja, man tut was man kann und die Schikane ging ganz gut, die anschließende lange rechts auch und dann auf die Kehre rechts zurück. Mann, klappt prima, besser wie gestern und jetzt gase! Aber schön das Auto ausrichten, denn gleich kommt das Grasteil und dort gibt es null Grip und Lenkmöglichkeit. Also man schießt dort hin, wo man vorher hin gezielt hat! Dann ab in den Sand im 2.Gang Vollgas und sehen wie man durchkommt. Mit einen Satz und Schlenker auf Asphalt, von dem aber nichts zu sehen noch zu spüren war, außer dass es nicht mehr so wellig war. Auf eine Reifenwand zu, mit einer links 2 davor in eine Reifengasse, deren Ausgang in die lange rechts vor dem Hotel mündete. Und die ganze Fahrbahn übersäht mit Dreckklumpen aus dem "Sandkasten" vorher. Die sechslagigen Reifenstapel machen schon Eindruck und mahnen zur Vorsicht. Aber es hat gepasst und beide Spiegel waren noch dran und so in die lange Rechts auf den braunen Asphalt. Mit dem Gefühl, dass das Heck leicht nach außen drängt (kenne ich von diesem Auto sonst nicht so), geht das Gaspedal immer weiter Richtung Bodenblech und am Ende der Kurve ist es auch dort angelangt, dann der nächste Gang und mit der zweiten Runde auf die Schikane zu, kurz anbremsen, der Wagen schlenkert hinten, die Bremse loslassen, noch ein bisschen schnell? Zur Sicherheit linken mittleren Curb richtig schneiden und der dort befindliche Sägezahn rüttelt den Wagen derart durch, dass eine Wiederholung nicht angesagt ist! Dann wie gehabt Rechtskehre vor dem Gras, zielen, in den Sandkasten auf und nieder, zwischen die Reifenstapel, lange Rechts mit immer mehr Gas und ich muss diesmal noch in der Kurve schalten! Es läuft, merke ich und schaue zum ersten Mal so richtig nach vorn und sehe den Mercedes gar nicht mehr so weit weg wie vorher. Jetzt erwacht plötzlich mein Jagdinstinkt und aus der Schikane wird fast eine Gerade, wobei ich den besagten Sägezahn einfach zwischen die Räder nehme. Erfolg, an der Kehre bin ich direkt hinter dem DB und schießen uns auch so in den Sandkasten. Und wenn nicht jetzt, wann dann, gab es für mich nur eins, den musst du packen! Es war knapp, aber vor der links 2 an der Reifenwand war ich vorbei, in Runde drei. Und was soll ich sagen, da taucht doch vor mir ein Golf auf, der ca. 10 sec vor mir gestartet ist! Also nicht nur RED BULL verleiht Flügel! Da wird so eine Schikane doch wieder fast zu einer Geraden! Am Ende des Sandkastens bin ich dran und auch noch in der langen Rechts bleibe ich noch gut dran. Was mich sehr wundert, denn ich fahre die Yokohama 520, normale Straßenreifen!!! So geht es dann noch bis zur 6. Runde. Auf Asphalt fährt er mir leicht weg, nach dem Sandkasten bin ich wieder dran. Jetzt war ich gespannt was dieser Lauf gebracht hat! Nun, es war der Sprung vom 15. auf den 12. Platz. Jetzt hatte ich "Blut" geleckt und der Spaß hatte sich eingestellt. 2 Stunden später dann der 2. Lauf mit dem Ergebnis: den 10. Platz gesamt. Mehr als ich am Vortag noch erwartet hatte mit so wenig Wettkampfpraxis. Wenn du den hältst, bist du zufrieden, habe ich mir gesagt. Und so ging es zum 3. Wertungslauf, der dann doch zu meiner großen Überraschung und Freude zum 8. Platz führte, was den erste Startplatz im B Finale bedeutete! Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich dort starten sollte, denn für den Tagessieg spiel das keine Rolle mehr und jetzt ist ja Massenstart angesagt, und die Schikane ist nicht weit weg, und für zwei oder mehr Autos gleichzeitig sehr eng! Habe mich dann doch durchgerungen in der Annahme, den Start zu gewinnen, da ich in der Vergangenheit bei diesen Ampelstarts immer recht gut war. Als B Finalschnellster durfte ich mir die Startposition aussuchen und habe mich nach einigem hin und her einfach für ganz rechts entschieden. In der Startaustellung sehe ich meine richtige Entscheidung. Auf meiner Seite ist der Asphalt schwarz weiter links wird er immer brauner, das heißt Sand auf der Strecke. Alle stehen auf ihren Plätzen, die 5 sec werden angezeigt und gleich wird die rote Ampel da oben blitzen als Startzeichen. Drehzahl ist oben und das Auge starrt auf die Ampel, gleich? gleich, gleich, wie lange dauert es noch? Konzentration, gleich, gleich und roter Blitz! Die Kupplung greift und der wagen schießt nach vorn, 2.gang, wo sind die anderen? links nichts zu sehen du bist vorn, echt du bist vorn! Die Schikane wird echt zu einer Geraden, in der anschließenden rechts nur nicht außen auf den Sand kommen. es geht runter auf die kehre noch ein Gang höher, einen Blick in den Rückspiegel (was man eigentlich nicht machen sollte), kann nicht abschätzen wie weit die weg sind, bremsen, 2 Gänge runter, das dich nur keiner jetzt rechts überhohlt, einlenken, das Heck kommt, gegenlenken und gegenlenken, sch..... und schon stehe ich nach der Kehre innen vor der Reifenwand, Rückwärtsgang? Doch da schießen schon die Kontrahenten ALLE an meinem Kofferraum vorbei. Von 1. zum Letzten, wie schnell das geht. Vorbei die Chance vom A Finale! Na ja, habe dann die Runde noch gefahren und dann ab ins Fahrerlager und war verständlicherweise enttäuscht, nachdem ich vor Ärger über mich fast ins Lenkrad gebissen hätte. Aber das verflog bald, denn eigentlich war ja der 8. Platz im Gesamt mehr als ich erwartet hatte und knüpfte damit nach 3 Jahren an alte Zeiten nahtlos wieder an. So bin ich dann als Klassensieger, mit einem Pokal und einem schönen Gefühl im Bauch am Sonntag Abend wieder nach Hause gefahren. Jetzt heißt es Auto vom Dreck befreien, durchchecken und für Peine/Knesebeck vorbereiten. Demnächst werde ich noch Bilder und auch Video bekommen in der Hoffnung, dass sie was geworden sind. Die Entfernung zur Strecke war doch recht weit.

Also Leute ich habe die Motorsportsaison des MSC Langelsheim eröffnet!

 Aktuelle Infos zur Meisterschaft gibt es hier Rallycross

 

Gerd und Arne Hoffmeister (Juli 2004)

Manche fahren Bus, manche fahren auch mit dem Zug, Gerd und Arne Hoffmeister fahren am liebsten mit der Gruppe B……

Wir fuhren mit den Rallye–Monstern

Waldkönigen, so heißt die Sonderprüfung zum Shakedown der Eifelrallye 2004. Ich sitze links (!) vom Fahrer, eingebettet in einem Schalensitz, gesichert mit 6–Punkt Gurten, nach oben geschlossen mit Sturmhaube und Helm inkl. Gegensprechanlage. Mein Fahrer ist Reinhard Klein, anerkannt weltbester Rallyefotograf und Herausgeber zahlreicher Rallyejahrbücher und der schönsten Kalender der Rallye–Zunft.

Das Auto ein MG Metro 6R4,  aus der großen Rallyezeit der Gruppe B, ca.330 PS, Allradantrieb, 3 Liter–Saugmotor auf der Hinterachse, 6 Zylinder, ca. 4 Sek. von 0 auf 100 km/h. Der Motor läuft, alles vibriert, mein Fahrer fragt: "Bist du bereit?" Ja!

Auf zum Vorstart, alles normal. 10, 9, 8,……3, 2, 1, ab! Das Auto beschleunigt gut, hoppla…, erst jetzt ist die richtige Drehzahl erreicht, irgendetwas tritt mir ins Kreuz, es kommt mir vor, als wenn die Vorderräder den Kontakt zur Straße verlieren und das Auto vorn hochsteigt, die Gänge werden hastig durchgeschaltet, aber gleich geht´s in die andere Richtung. Eine "Zwo links" kommt auf feuchtem Asphalt (wir fahren natürlich mit Slicks) auf uns zu, mein Kopf kickt urplötzlich nach vorn, links eingelenkt und weiter geht´s mit maximalem Druck in den Sitz gepresst durch ein kleines Waldstück. Eine kurze Schotterpassage links, rechts und noch mal links folgt. Wahnsinn die Querbeschleunigung, die zackigen Richtungswechsel. Reinhard beschwert sich: "Viel zu wenig Grip". Was denn, es geht noch mehr?

Doch keine Zeit zum Sinnieren, es folgt sofort eine ca. 200 m lange Bergauf–Gerade, aber wo ist der Berg geblieben? Es geht tierisch vorwärts, schon kommt die nächste links. Zuschauer am Streckenrand, erkennen kann ich nichts, denn schon wieder wird voll beschleunigt, wir fliegen auf einen Strohballen zu, der das baldige Ende der ersten Runde markiert.

Quer aus der Kurve heraus genieße ich die zweite Runde noch mehr, denn jetzt kann ich mich schon etwas besser auf die Fliehkräfte einstellen. Eigentlich möchte ich mich mit Reinhard auch unterhalten, aber mehr wie: "Mensch geht der ab", kommt einfach nicht heraus.
Beim Rausfahren aus der Prüfung gestehe ich, dass ich kaum in der Lage gewesen wäre bei diesem Tempo noch ein "Gebetbuch" vorzulesen. Reinhard meint: "Zieh dir mal den Helm ab, dann kannst du den Sound mal ungefiltert hören". Gesagt, getan – Super. Wir biegen auf ein welliges Asphaltband, genannt Landstraße oder auch Verbindungsetappe. Vollgas – ausgedrehte Gänge – es ist unbeschreiblich. Was müssen Röhrl, Vatanen, Alen und Co. doch für glückliche Menschen gewesen sein.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und vor 20 Jahren, als Zuschauer bei der Monte, hätte ich nie daran geglaubt, einmal in so einem Gruppe B Geschoss mitfahren zu können. Meinem Fahrer hat es auch gefallen, seine Schweißperlen auf der Stirn zeigen es deutlich.

Arne ist da erstaunlicherweise schon etwas abgeklärter. Immerhin fuhr er im Vorjahr die gleiche Prüfung mit Ex–Weltmeister Björn Waldegaard auf Toyota Celica mit 380 PS und war ebenfalls auch schon im Metro unterwegs. Diesmal fährt er im Urvieh aller reinrassigen Rallyeauto´s, die nur dafür gebaut wurden, auf den Rallyepfaden dieser Welt für Ruhm zu sorgen. Lancia Stratos, und zwar das legendäre Exemplar, dass 1976 bei der Rallye San Remo von Björn Waldegaard gegen Sandro Munari siegte. Allein der Sound des Ferrarimotors der Flunder macht süchtig. Für wilde Gasstakkatos ist aufgrund der Regengüsse, die alles nicht einfacher machen, ausreichend gesorgt. Obwohl nur die Hinterräder angetrieben werden, stürmt auch dieses Gefährt vehement nach vorn.

Schöne alte Rallyezeit. Es war einmal…  und kommt hoffentlich mal wieder.

Gerd Hoffmeister  

R. Klein / G. Hoffmeister Am Start
In die 2. Runde Der Lancia ist schon fast zu klein
F. Walter / A. Hoffmeister Auf der Strecke

Uli ten Hompel (Mai 2000)

Beim 1. Lauf zur Rallyecross Trophy 2000 auf dem Estering in Buxtehude gab es ein " Auf und Ab" für unser Clubmitglied Uli ten Hompel. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen wurde ein B-Finale ausgefahren, wobei der Sieger in das A-Finale aufsteigen würde. Den Start dieses B-Finales gewann Uli eindeutig mit dem serienmässigen Mazda 323 4WD, während sein Widersacher Jörg Tietjen mit kalten Reifen den Start versiebte und sich hinter Uli einreihen musste. Fortan klebte Jörg Tietjen an der silbernen Stoßstange des führenden Mazda, kam aber nicht vorbei. Auf Platz 3 liegend kam das Team Bartelsen/Clausen, ebenfalls mit einem Serienauto unterwegs, aus der ersten Runde. In der vorletzten Runde nahm das Unglück seinen Lauf. Jörg Tietjen startet in dem irrigen Glauben sich in der letzten Runde zu befinden, eine letzte Attacke auf Uli ten Hompel, übertrieb es aber dabei und machte den frischlackierten Kadett an der Leitplanke einen Kofferraum kürzer. Unser führender Uli schaute daraufhin solange ungläubig in den Rückspiegel, bis er sich in der Hein-Gas-Kurve in das dortige Kiesbett drehte und leider das gesamte Feld passieren lassen musste.

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TEAM Böttcher/Hornig (Mai 2000)

The Beginning - oder: Wie kommt man zum Rallyefahren?

Eigentlich ganz einfach und doch wiederum nicht! Angefangen hat es bei uns wie eigentlich überall - als Zuschauer. Da stehst du nun als Zuschauer an allen möglichen WP's bei irgendwelchen Rallyes und denkst dir: "Das kannst du doch eigentlich auch!" Also lässt man sich einen Lizenzantrag kommen, füllt ihn aus und dann fällt dir ein - verdammt - du brauchst ja noch ein Auto und einen Käfig und Gurte auch noch!!! Also schaut man ins Portemonnaie, stellt fest - ups - das reicht nicht! Also fährst du zur nächsten Rallye wieder als Zuschauer. Doch der Anfang ist gemacht, jetzt braucht man nur noch den richtigen Anstoß, den richtigen Zufall und schon geht es los, denn motorsportlich infiziert ist man sowieso - Diagnose: unheilbar, der Motorsportvirus wuchert in dir!

Unser Anstoß kam mit der Hochzeit unserer Bekannten Ute (mittlerweile samt Holger, ihrem Manne, ebenfalls Mitglied im MSC-Langelsheim). Das Mädel hat das gleiche Sternzeichen wie wir: Motorsport, Ascendent Rallye. Für uns war also klar: Die muss im Rallyeauto zur Kirche. Du hängst dich also ans Telefon und rufst diverse Rallyefahrer an, ob da nicht eine Möglichkeit bestünde. Und siehe da, der Rotter-Horst sagt: "Kein Problem, das kriegen wir schon hin."

So, jetzt war Ute also im Rallyeauto und mit dem bekannten Chauffeur zur Kirche gefahren und man kam mit dem Horst bei den folgenden Veranstaltungen immer öfter ins Gespräch. Irgendwann meinte der dann: "Wenn ihr fahren wollt, ich hätte da einen Unfall-GSI stehen. "Das war auf der 3-Städte vor drei Jahren. Wir also auf dem Rückweg den GSI in Augenschein genommen, gleich mitgenommen und jetzt fing alles erst richtig an! Als erstes den Unfallschaden - wirtschaftlich total, aber fahrbereit - beseitigen, Fahrwerk rein, Käfig rein, Volllackierung, usw. usf. Dann war das Auto irgendwann, ein Dreivierteljahr später, in Eigenregie und unter Mithilfe unseres Freundes Mathias Wesche - Matze - fertig. Wir also ab nach Warstein, zum Fahrer- und Sicherheitslehrgang beim Harald Demuth.

Dort stellten wir dann fest, mit Fahren alleine ist es ja nicht getan, da gibt es schließlich zwei Sitze im Rallyeauto, wir also wieder runter nach Warstein zum Beifahrerlehrgang (Helmut Entress/Peter Diekmann) - äußerst empfehlenswert, denn mit Fahren allein kommst du bei einer Rallye nicht weiter, denn da gibt es schließlich auch noch Zeitpläne, Stempeluhren, Servicepläne etc. Wie gesagt, der Beifahrerlehrgang ist wirklich empfehlenswert, denn das ganze Drum und Dran vor, während und nach einer Veranstaltung wird da leicht verständlich und vor allem auch noch recht spaßig vermittelt. Und das Beste: Mit der Teilnahme am Top-Lehrgang und dem Bestehen des Selben kann man auch noch ohne mühsames und teures Lehrgeld bezahlen zu müssen die internationale C-Lizenz erwerben!

So eingearbeitet und motorsportlich fit für Rallye 200 (und mehr!!!) aus der Motorsportschule entlassen ging's für uns vor zwei Jahren zur Motorshow nach Essen. Mal sehen, was wir für unseren GSI noch brauchen (z.B. Sitze, Gurte usw.). Na, mit Teilen für den GSI war es dann doch nichts, denn dort lernten wir durch unseren Freund und Mentor Hans Hampe (Opel-Cup-Fahrer, Tour d'Europe u.ä.) den Frank Ehrhardt kennen, der der Ansicht war: "Mensch, Gruppe G, fahrt doch N, ich hab' da noch 'nen schönen Suzuki Swift stehen..."

Wir also am Rechnen, was müssen wir noch in den GSI reinstecken (geldlich gesehen), was kostet der Swift und außerdem - 'n richtiges (fertiges) Gruppe N-Teil, Mensch, das wär's doch...

Das Ende vom Lied ist klar: Wir hatten nun also zwei Rallyefahrzeuge und noch nicht eine Veranstaltung gefahren. Das musste sich nun ändern. Nämlich zur

*** HILDESHEIM 1999 ***

Böttcher/Hornig


HILDESHEIM 1999 und die Rallye "DAS DING" in Braach

Mensch, was waren wir aufgeregt, jetzt wurde es endlich ernst. Also rein in die feuerhemmende, lange Unterwäsche (oder wie meine Beifahrerin und Lebensgefährtin sagt: "Die teuersten Dessous, die sie je gehabt hat"), rein in den feuerhemmenden Overall, den knitterfreien Hut (Peltor) auf und los.

Und siehe da, ganz so einfach, wie es von außen aussieht, ist es nun doch nicht. Dafür aber himmlisch!!!

Vor der Veranstaltung und auch beim Abfahren der Prüfungen bist du noch am Überlegen: "Mensch! Hier sollst du schnell fahren?" Aber das gibt sich nach dem ersten Abzählen. Noch 30 Sekunden - du bist nervös, noch 15 - dir rinnt der Schweiß, noch zehn - oh, oh, fünf, du spielst mit dem Gaspedal, vier, drei, zwei - du bist am Begrenzer (sowohl der Puls als auch der Motor), eins, ab - du lässt die Kupplung fliegen, die Räder drehen durch, du fährst, du bist dabei, du bist Rallyefahrer. Endlich! Du bist schmerzbefreit, du bist - ach, es ist kaum zu beschreiben, probiert's selbst aus!

Das Schöne ist: Du wirst auch als Novize für voll genommen und jeder, den du fragst, hilft dir. Da gibt es kein Denken wie: "Lass den/die sich man verstempeln, dann sind sie weg", sondern deine Konkurrenten bangen mit dir und geben dir Tipps, wo gibt es denn sonst noch so was? Du bist auf einmal in der großen Familie der Motorsportler, und die sind alle so verrückt wie du selbst!

Und dann, das letzte Zielschild, der letzte Versicherungsstop, du bist wie befreit, das Auto ist heil, du bist in Wertung, jetzt noch zum Parque-Fermé, das Gefühl ist jetzt wirklich unbeschreiblich, das musst du selbst erleben um es zu verstehen, nur so viel: Du fühlst dich gut, du bist unsterblich.

Irgendwann stellst du dann fest: Durch viel Glück sind wir auch noch dritte in der Gruppe N geworden - SPITZE!!!

Wieder zu Hause überlegst du: "Und wo fahren wir das nächste Mal?"

Durch unseren Sportleiter (und irgendwie so was wie die Mutter des Clubs) - Armin Vonhoff - wurden wir auf die Rallye des MSC Braach "Das Ding - Rund um den Ahlheimer" aufmerksam und wussten sofort: Da müssen wir hin!

Wenn ihr irgendwann einmal eine 200er-Veranstaltung fahren wollt, mit super Strecken, dem Flair eines WM-Laufes und einer Spitzenorganisation, dann müsst ihr da auch hin!

Wir also Nennung raus (aus dem Internet heruntergeladen) und unserem Freund Hans "Bescheid" gesagt, er solle sich um Trailer und Zugfahrzeug kümmern. Groß war die Überraschung, als wir die Nennbestätigung erhielten: Startnummer 131! Es wurden letztlich 152 Starter (in Worten: Satte einhundertzweiundfünfzig Starter!!!). Zwei Stunden Zeit zum Abfahren, vier verschiedene anspruchsvolle Strecken, davon ein Zuschauerrundkurs - TOLL!!!

Einziges Manko: Start zur WP, Ziel, bzw. Schikanen standen nur im Bordbuch, allerdings noch nicht auf der Strecke, das sorgte dann auch prompt für das eine oder andere AHA!-Erlebnis bei uns. Die Schikane in WP vier wurde sogar noch extra über Bulletins ausgehangen.

Dann wurde es wieder ernst: Noch 30 Sekunden, fünfzehn, zehn, fünf, vier, drei, zwei, eins, ab.

Das erste was passiert, ein unheimliches Rauschen im Auto - Eva, meine Beifahrerin, reckt sich nach der aufgegangenen Tür - lachen und durch.

Das Nächste - der Rundkurs. Zweimal rum und raus. Beim ersten Mal - alles klar, beim zweiten Mal (T-Kreuzung, Blinker links und weiter...) - immer noch klar, das dritte Mal: "Verdammt, wo geht's hier raus???" - "Na da", Eva zeigt auf das Zielschild (s.o.) lachen und durch!

WP 3: Spitze, ohne besondere Vorkommnisse.

WP 4: Das ist das Ding mit der Schikane. Extra nach Bulletins ins Gebetbuch übernommen: Gleich nach Kuppe Schikane! Alles klar, Eva sagt auch an "Achtung Kuppe, gleich Schikane vor Wald." - Aha, da ist die Kuppe... Verdammt, wo ist die Schikane??? Eva: "Ups - da liegt was!" Und durch - geklappt - lachen. Zwangspause, es fängt an zu regnen - Na, hoffentlich nicht zu dolle... - wir fahren auf Serienreifen (Goodyear Eagle F1).

WP 5: Es regnet stärker, der Rundkurs, spitze gelaufen, Mensch, die Reifen sind im Nassen noch besser als im Trockenen!

WP 6: Es gießt in Strömen, auf einmal ein heftiges Knacken im Helminterkom, du verstehst kaum noch was. "Verdammt, was ist das?" - Aha, das Handy liegt im Handschuhfach und ist nicht abgeschaltet! Also Handy aus im WP- Ziel und weiter. Lachen.

WP 7: Das Wasser steht auf der Strecke und es ist dunkel. Wir haben nur normales Licht - keine Zusatzscheinwerfer - der Lichtbaum liegt zu Hause, wer denkt auch daran, daß es so viele Starter sind, daß sich wieder alles ein wenig verzögert - und daß es abends dunkel wird? Na dann: Augen auf und durch. Eva stellt fest: "Verdammt, wo ist der Misthaufen?" (Keine Ahnung, aber den haben wir im Dunkeln nicht gesehen.)

Später dann: Oho, ich bin draußen (aus dem Schrieb) und komme nicht mehr rein! Weißt du was? Ich schaue jetzt zu. Sprach's, verschränkte die Arme und genoss die Aussicht (wobei: Viel sieht man im Dunkeln bei Regen im Wald nun auch nicht...)

Dann das letzte WP- Ziel und wieder fühlst du dich unsterblich - drei Sekunden fehlen uns auf unseren ersten Klassensieg, aber der ist auch nicht so wichtig: Wir sind dabei!!!

Tja, wir sind zwar nicht die Schnellsten, aber die Lustigsten! Wir fahren erst mal nur so zum Spaß, wo und wann wir wollen, bzw. das Geld reicht. Das nächste Mal jetzt bei der Hildesheim 2000 - dann hoffentlich an dieser Stelle mehr!

Ach so, PS:
Zwischendurch war ich dieses Jahr noch aushilfsweise als Beifahrer in Sulingen mit Bernd Blümke, auf einem Corolla AE 86 (die mit dem Heckantrieb). Der Bernd sucht dringend noch einen festen Stammbeifahrer!!!

Also: Wenn du Lust hast und vielleicht jetzt auf den Geschmack gekommen bist, dann melde dich doch einfach beim MSC Langelsheim oder besser noch schau einfach mal beim Clubabend vorbei...


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